KI-Bildung an Schulen in Deutschland — wo wir stehen, was fehlt und warum politische Bildung jetzt dazugehört

KI-Bildung an Schulen in Deutschland — wo wir stehen, was fehlt und warum politische Bildung jetzt dazugehört

Von Nils Oskamp | dreisteine.com/ki-bildung

Ich habe den KI-Regie-Workshop für Schüler*innen inzwischen über 30 Mal abgehalten. In Hamburg, Mettmann, Duisburg und vielen anderen Städten. Und jedes Mal erlebe ich dasselbe: Jugendliche, die innerhalb von drei Stunden verstehen, wie Deepfakes entstehen, wie KI-Propaganda funktioniert — und wie sie KI auch selbst für demokratische Kommunikation nutzen können.

Was ich dabei immer deutlicher spüre: KI-Bildung und politische Bildung sind keine getrennten Themen mehr. Demokratie entscheidet sich heute in digitalen Räumen. Und in diesen Räumen spielt KI längst mit.

Das belegt auch eine aktuelle Recherche zur Lage der KI-Bildung an deutschen Schulen — und es ist genau das Thema, das ich in meinem Blogartikel KI-Demokratie vertieft habe.


Die Lage: Flickenteppich statt Fläche

KI-Bildung ist in Deutschland kein festes Unterrichtsfach. Es gibt keinen bundeseinheitlichen Lehrplan, keine verbindliche Grundausbildung für Lehrkräfte, keine flächendeckende Infrastruktur. Die KMK hat im Oktober 2024 Empfehlungen veröffentlicht — aber selbst Fachleute beschreiben diese als zu unkonkret.

Was es gibt, ist ein bunter Flickenteppich:

Bayern hat einen KI-Chatbot „telli“ in BayernCloud Schule integriert (ab Dezember 2025). Baden-Württemberg zieht nach. Aber das sind Einzellösungen — Text-KI, keine generative Bildung, kein Präsenzunterricht.

Die meisten Angebote für Schüler*innen sind online-basiert — KI-Campus, Hacker School Hamburg, AppCamps. Sehr gut für Selbstlerner. Aber nicht für das, was Schulklassen brauchen: einen echten Menschen im Raum, der führt, erklärt und auf die Gruppe eingeht.

Was die Zahlen sagen

Aktuelle Recherchen zeigen: Präsenz-Workshops zu generativer KI (Texte, Bilder, Videos, Avatare) sind an deutschen Schulen nach wie vor rar. Die Initiative „KI macht Schule!“ gilt als einzige flächendeckende Präsenz-Option — ein Netzwerk aus über 100 Studierenden und Promovierenden. Der Rest: online, selbstgesteuert, ohne politische Einbettung.


Was wirklich fehlt: Präsenz, Praxis, politische Einordnung

Es gibt eine Lücke, die ich täglich sehe: Generative KI in Kombination mit politischer Bildung — in Präsenz, erfahrungsbasiert, mit authentischer Biografie.

Genau das ist KI-Regie.

KI-Regie: Wenn KI auf politische Bildung trifft

Der Workshop verbindet, was zusammengehört:

  • Was ist generative KI? Vom LLM bis zum Deepfake-Video — erklärt, ausprobiert, hinterfragt.
  • KI-Propaganda erkennen — wie Desinformation entsteht und wie Schüler*innen sie entlarven können.
  • HeyGen Avatar-Videos, CapCut-Schnitt, KI-Video mit Sora/Veo — Schüler*innen werden selbst aktiv und verstehen die Werkzeuge von innen.
  • Prompt Design — wie ich mit KI kommuniziere, was dabei passiert.
  • Demokratie im digitalen Raum — Rückeroberung statt Resignation.

Ab Klasse 7, alle Schulformen, ca. 3 Stunden, bundesweit in Präsenz und online. Mit Zertifikat. Über 30 Mal bereits durchgeführt — mit starken Rückmeldungen aus Schulen.

→ dreisteine.com/ki-regie


Was die Bundeszentrale für politische Bildung sagt

Die bpb hat in ihren Leitlinien (Oktober 2025) klar formuliert, was ich in der Praxis täglich erlebe:

KI-Bildung und politische Bildung gehören zusammen, weil Demokratie sich in digitalen Räumen entscheidet, in denen KI längst mitspielt.

Die bpb nennt konkret: algorithmische Diskriminierung, Deepfakes, Machtverteilung bei Tech-Konzernen, digitale Teilhabe. Das sind keine abstrakten Themen — das ist der Alltag meiner Workshops.

Mehr dazu in meinem Blogartikel: dreisteine.com/ki-demokratie


Meine Fortbildung: Lernen beim Hersteller von Claude

Damit ich diese Bildungsarbeit auf dem neuesten Stand halte, bilde ich mich selbst kontinuierlich weiter.

Mein KI-Lernweg 2025/26

  • Oktober 2025: Ausbildung „KI Durchbruch“ bei ADSKING abgeschlossen.
  • Januar 2026: AI Hackathon Hamburg — mit meiner eigenen Vibe-Coding-App XL2M teilgenommen.
  • Frühjahr 2026: Ausbildung direkt bei Anthropic — dem Hersteller von Claude. Auf der Anthropic Academy habe ich die Kurse Claude 101 und Introduction Claude Cowork abgeschlossen.

Mit meiner neuen Firma Pro-Epilog gUG (www.pro-epilog.org) habe ich mich außerdem im Partnernetzwerk von Anthropic beworben. Agentische Workflows — also KI-Systeme, die selbstständig recherchieren, Dokumente erstellen und Aufgaben erledigen — sind Kern meines Formats KI-007 für Erwachsene und Organisationen.


Drei Formate für drei Zielgruppen

Auf dreisteine.com/ki-bildung biete ich ein modulares KI-Bildungssystem an:

KI-Regie — Schüler*innen Workshop

Deepfake erkennen, KI-Video erstellen, demokratisch handeln. Ab Klasse 7, ca. 3 Stunden, bundesweit.
→ dreisteine.com/ki-regie

KI-Tooltime — Lehrkräftefortbildung

ChatGPT, Perplexity, NotebookLM, DSGVO, EU AI Act — das generative Klassenzimmer für Lehrkräfte, die TikTok-geprägte Schüler*innen wirklich erreichen wollen.
→ dreisteine.com/ki-tooltime

KI-007 — Agentische Workflows für Erwachsene

Recherche, Dokumentenerstellung, Präsentationen — mit KI-Agenten, ohne Programmierkenntnisse. Für Organisationen, Verwaltungen, Bildungseinrichtungen.
→ dreisteine.com/ki-007


Fazit: KI-Kompetenz ist Demokratiekompetenz

Die Forschungslage ist eindeutig: Deutschland braucht mehr Präsenzangebote, mehr Verbindung von KI und politischer Bildung, mehr erfahrene Trainer*innen, die beides können.

Wer KI versteht, kann Deepfakes entlarven. Wer Deepfakes entlarven kann, schützt demokratische Debatten. Wer generative KI selbst bedienen kann, ist kein passives Ziel mehr — sondern aktive*r Gestalter*in des digitalen Raums.

Das ist der Kern meiner Arbeit. Seit acht Jahren in der politischen Bildung, seit zwei Jahren mit KI-Workshops, und täglich weiter lernend.

Interesse an einem Workshop oder einer Fortbildung?
Buchungsinfos und Technik-Setup: dreisteine.com/ki-orga
Alle Bildungsangebote: dreisteine.com/ki-bildung


Nils Oskamp ist Graphic Novel Autor, politischer Bildner und KI-Trainer. Er ist Autor der autobiografischen Graphic Novel „Drei Steine“ (Panini Comics / Amadeu Antonio Stiftung) und hat mit Lesungen, Workshops und Ausstellungen mehr als 200.000 Jugendliche erreicht.

Kontakt: nils@dreisteine.com | 0172 9794949


Warum KI-Bildung und politische Bildung zusammengehören

Unsere Demokratie wird heute nicht nur in Parlamenten, Klassenzimmern oder auf Marktplätzen herausgefordert – sondern in digitalen Räumen, in denen KI Inhalte erzeugt, verstärkt und gezielt ausspielt. Wer politische Bildung ernst nimmt, muss deshalb KI-Bildung mitdenken: als Werkzeug, als Thema und als neue Manipulationsfläche.

Algorithmen mit KI wollen unsere Demokratie manipulieren

Wahlwerbung, Microtargeting, Desinformation und Propaganda werden bereits mit KI-Tools erstellt und algorithmisch ausgespielt. Dadurch werden Meinungen nicht nur informiert, sondern auch gesteuert – oft über Emotionen, Polarisierung und Vereinfachung.

Politische Bildung muss erklären, wie Empfehlungsalgorithmen, Bots und KI-Agenten Meinungsbildung beeinflussen. Denn ohne dieses Wissen fehlt die Grundlage, um digitale Manipulation zu erkennen und demokratisch darauf zu reagieren.

Ohne Medien- und KI-Kompetenz sind Deepfakes und Bot-Schwärme kaum zu erkennen

Ohne Medien- und KI-Kompetenz können Bürger Deepfakes, Bot-Schwärme oder maßgeschneiderte Fake-Ads kaum erkennen. Und genau darin liegt die Gefahr: Wenn Menschen nicht mehr unterscheiden können, was authentisch ist und was synthetisch erzeugt wurde, wird Vertrauen in Öffentlichkeit, Medien und Institutionen systematisch untergraben.

Frühzeitige Bildung zu KI, Deepfakes und hybriden Angriffen stärkt eine widerstandsfähige, demokratisch handlungsfähige Zivilgesellschaft. Das ist nicht „Technik-Kram“, sondern demokratische Selbstverteidigung.

KI-Kompetenz ist auch Berufs- und Teilhabekompetenz

Frühe KI-Bildung stärkt nicht nur die demokratische Kompetenz zukünftiger Erstwähler*innen – sie ist auch entscheidend für ihr späteres Berufsleben. Wer KI versteht und verantwortungsvoll nutzen kann, hat bessere Chancen auf Ausbildung, Studium und Arbeit. Und genau diese Perspektiven sind eine Voraussetzung demokratischer Teilhabe: Wer abgehängt wird, verliert nicht nur Möglichkeiten im Job, sondern auch Stimme, Einfluss und Zugehörigkeit in der Zivilgesellschaft.

KI kann demokratische Bildung auch positiv stärken

KI ist nicht nur Risiko – sie kann auch demokratische Bildung verbessern, wenn sie richtig eingesetzt wird: zum Beispiel durch Simulationen, Perspektivwechsel, Recherche- und Prüfwerkzeuge oder kreative Medienproduktion für demokratische Gegen-Narrative.

So wird KI nicht nur als Risiko, sondern als Werkzeug, mit dem Bürger besser argumentieren, prüfen und partizipieren lernen.

Studien zu politischer Bildung empfehlen ausdrücklich, AI Literacy in die Demokratiebildung zu integrieren, damit Lernende Technologie nicht nur nutzen, sondern kritisch hinterfragen.

EU-Forschungsprogramm zur KI in der Demokratiebildung

Ein aktuelles europäisches Forschungsprojekt unterstreicht genau diesen Zusammenhang: Das EU-Projekt DEMOCRAT – How AI Can Shape Education for Democracy zeigt, dass demokratische Bildung im 21. Jahrhundert systematisch mit KI-Kompetenzen verbunden werden muss. Die Studie empfiehlt ausdrücklich, AI Literacy als festen Bestandteil der Demokratiebildung zu integrieren, damit Lernende Technologie nicht nur anwenden, sondern kritisch reflektieren und ethisch einordnen können.

Mehr dazu: https://democrat-horizon.eu/how-ai-can-shape-education-for-democracy/

Mehr Infos und Workshop-Angebote

Wenn du KI nicht nur verstehen, sondern praktisch und demokratisch sinnvoll einsetzen willst: Auf meiner Seite findest du Formate für Schulen, Lehrkräfte und Erwachsenenbildung – inklusive Medienkompetenz, Fake-News-Check, Deepfake-Analyse und kreativer KI-Medienproduktion.

https://www.dreisteine.com/ki-bildung

Politische Bildung und KI-Bildung gehören heute untrennbar zusammen, weil Demokratie sich genau in den digitalen Räumen entscheidet, in denen KI längst mitspielt.

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