Nazi Verbrechen gestern und heute
Eröffnung Doppelausstellung
„Gedenkstätten der NS-Verbrechen“
und Graphic Novel „Drei Steine“
Freitag 28. August 2026, Beginn 19 Uhr, Eintritt frei
Kunstklinik Hamburg Eppendorf
Martinistr 44a (Neben UKE)
– Podium „Zwei Überlebende von Nazi-Mordanschlägen, Ibraihim Arslan und Nils Oskamp“
– Lesung aus der autobiografischen Graphic Novel „Drei Steine„ mit Nils Oskamp
1933 bis 1945 Das Buch und Ausstellungsprojekt zeigt die bedeutendsten Gedenkstätten der NS-Verbrechen. Die Fotografin Maria Zarada und Nils Oskamp haben bisher 56 davon Dokumentiert. Zarada ist Hinterbliebene von Holocaust Opfern und wurde für ihre Arbeit mit dem Leica Oscar Barnack Award nominiert. Fotografien der Gebäude der Tatorte des Holocaust erzählen ihre Geschichte mit den Legenden. Aus dem Begleitheft wird nun ein Buch.
1983 bis 1985 Ich Nils Oskamp lehnte mich gegen die Holocaustleugnung eines Mitschülers in Dortmund Dorstfeld auf und kam so ins Visier der dortigen Neo-Nazi Szene mit der Hooligan Truppe Borussen Front und organisiert durch den Kameradschaftsabend bei einem SS Mann. Ich überlebte zwei Mordanschläge. Als ich vor 12 Jahren an der Graphic Novel über meine Jugenderfahrungen zeichnete wurde einer meiner Täter SS-Siggi in den Dortmunder Stadtrat gewählt.
1992 Ibrahim Arslan überlebt die Neonazi-Brandanschläge von Mölln. Seine Großmutter Bahide Arslan rettet ihm das Leben und stirbt bei den Versuch seine Schwester und Cousine zu retten, die auch zu Tode kommen. Die Beiden Täter waren zuvor an den Pogromen in Rostock Lichtenhagen beteiligt.
2016 Erscheint die Graphic Novel Drei Steine die erste Ausstellung auf dem internationalen Comic Salon Erlangen danach in der Gedenkstätte Steinwache in Dortmund, Kunstlinik ist die 25 Ausstellung.
2026 zum zehnjährigen Jubiläum in der politischen Bildung habe ich die gemeinnützige Unternehmergesellschaft für politische und KI-Bildung Pro-Epilog gUG gegründet und das wird am 28.08.2028 mit der 500 Lesung aus der Graphic Novel Drei Steine gefeiert. Bisher wurden mit den Lesungen über 200.0000 Jugendliche erreicht.
Schulklassen und Gruppen gesucht für das kostenlose Bildungsangebot mit Lesungen, Ausstellungsführungen und Workshops in der Kunstklinik
mehr unter Für Schulen und Gruppen
Nazi Verbrechen, gestern und heute
360° VR-Ausstellung
Der digitale Rundgang durch die Doppelausstellung. Er funktioniert am Rechner, auf dem Tablet und im Klassenzimmer — auch nach dem 9. Oktober, wenn die Ausstellung längst abgebaut ist.
1992 Die Brandanschläge von Mölln
In der Nacht zum 23. November 1992 warfen Neonazis Brandsätze in zwei von türkischen Familien bewohnte Häuser in Mölln. Drei Menschen starben, neun wurden schwer verletzt.
- Bahide Arslan · 51 Jahre
- Yeliz Arslan · 10 Jahre
- Ayşe Yılmaz · 14 Jahre
Ibrahim Arslan, damals sieben Jahre alt, überlebte, weil seine Großmutter Bahide ihn in nasse Handtücher wickelte und in die Küche trug.
Das Erinnern erkämpfen
Seit 2013 organisieren die Familien Arslan und Yılmaz mit ihrem Freundeskreis die Möllner Rede im Exil — eine eigene Gedenkveranstaltung unter dem Motto „reclaim and remember", nachdem die Betroffenen beim offiziellen Möllner Gedenken übergangen wurden. Die erste fand 2013 in Hamburg statt. 2015 erhielt der Freundeskreis den Hans-Frankenthal-Preis der Stiftung Auschwitz-Komitee, verliehen in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg.
Ibrahim Arslan ist seit 2007 mit seinem Programm Reclaim and Remember als politischer Bildner an Bildungseinrichtungen unterwegs und klärt gegen Rassismus und Faschismus auf.
Buch Graphic Novel Drei Steine
Die autobiografische Graphic Novel von Nils Oskamp. Sie beginnt mit dem Widerspruch gegen die Holocaustleugnung eines Mitschülers und erzählt, was daraus wurde: eine jahrelange Gewaltspirale der Dortmunder Neonaziszene und zwei überlebte Mordanschläge.
Erzählt wird nicht nur die Gewalt, sondern das, was danach kam — Lehrer, Polizei und Staatsanwaltschaft, die die Bedrohung nicht ernst nahmen.
In der Ausstellung
Originalzeichnungen, Vorstudien und Storyboards. Die Bildsprache macht komplexe Zusammenhänge über persönliche Schicksale zugänglich — ein Zugang, der sich seit 2016 in rund 500 Veranstaltungen bewährt hat.
Foto Gedenkstätten der NS-Verbrechen
Die fotografische Dokumentation von Maria Zarada: 56 Gedenkstätten in Deutschland und Europa — Konzentrationslager, Deportationsorte, Stätten der Zwangsarbeit. Orte ohne Menschen, in denen die Architektur zum Zeugen wird.
Maria Zarada wurde für den Leica Oskar Barnack Award nominiert. Das Projekt wurde vom Historiker Gerald Hartwig beraten (Gedenkstätten Bergen-Belsen und KZ-Außenlager Schillstraße Braunschweig). Fotos und Texte tragen die Freigaben der dargestellten Gedenkstätten.
Träger Pro-Epilog gUG
Pro-Epilog gUG (haftungsbeschränkt), Hamburg, ist Trägerin dieser Ausstellung. Die Gesellschaft arbeitet in der politischen Bildung, der KI-Bildung und der Erinnerungskultur.
- Handelsregister Amtsgericht Hamburg, HRB 197572
- Gemeinnützig gemäß §60a AO, anerkannt seit 17.03.2026
- Geschäftsführer: Nils Oskamp, freier Referent der Bundeszentrale für politische Bildung seit 2023
Die Doppelausstellung wird gefördert durch die Bezirksversammlung Hamburg-Nord (Sondermittel) und die Partnerschaft für Demokratie Hamburg-Nord.
Schule Für Schulen und Gruppen
Während der gesamten Laufzeit gibt es ein Begleitprogramm. Die Angebote richten sich an Schulklassen ab Jahrgangsstufe 8, an Berufsschulen und an die Erwachsenenbildung. Die Ausstellung selbst ist über die Legendentexte auch ohne Führung verständlich.
Moderierte Führungen
Drei pädagogisch begleitete Führungen durch beide Ausstellungsteile. Sie ordnen die gezeigten Deportationsbiografien historisch ein und verknüpfen NS-Verbrechen mit heutiger rechter Gewalt.
Barrierefreie Lesung
Eine Lesung aus der Graphic Novel, sprachlich und didaktisch reduziert, konzipiert für Förder- und Hauptschulklassen.
Film- und Social-Media-Workshop
Schülerinnen und Schüler entwickeln kurze Videoformate zu den Ausstellungsinhalten. Vier bis sechs Stunden vor Ort, dazu ein Tag Nachbearbeitung.
Scrap-Booking zu Stolperstein-Biografien
In Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt Eppendorf, mit Bezug auf lokale Deportationsbiografien aus dem Stadtteil.
Termin Veranstaltung teilen
Eröffnung: Freitag, 28. August 2026, ab 19 Uhr
Ort: Kunstklinik Eppendorf, Martinistraße 44a, 20251 Hamburg
Ablauf: Führung, Podium, Lesung · Eintritt frei
Ausstellung: bis 9. Oktober 2026
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Doppelausstellung Graphic Novel DREI STEINE und GEDENKSTÄTTEN DER NS-VERBRECHEN in der Kunstklinik Eppendorf
Originalzeichnungen und Fotos erzählen eine bewegende Geschichte über die Verbrechen der Nazis heute und gestern.
Eröffnung: 28.August (19 Uhr) bis 09.Oktober 2026 mit Lesung und Podium
Am 28. August 2028 eröffnet in der Kunstklinik Hamburg-Eppendorf eine besondere Doppelausstellung, die Vergangenheit und Gegenwart auf eindringliche Weise miteinander verbindet: „Drei Steine“ und „Gedenkstätten der NS-Verbrechen (GDNSV)“.
Beginn 19 Uhr, Führung durch die Ausstellung, Podium und Lesung. Eintritt frei
Podiumsgast Ibrahim Arslan erinnert als Überlebender an die Brandanschläge von Mölln.
Adresse: Kunstklinik Kulturzentrum Eppendorf, Martinistr 44a, 20251 Hamburg
Beide Projekte stehen für eine klare Haltung gegen Hass und für demokratische Werte und schaffen gemeinsam einen Zugang zu Geschichte, der emotional berührt und zugleich politische Bildung vermittelt.
Die Ausstellung „Drei Steine“ basiert auf der autobiografischen Graphic Novel von Nils Oskamp. Sie erzählt von seiner Jugend, in der er sich gegen rechtsextreme Gewalt und Holocaust-Leugnung stellte und dafür selbst zur Zielscheibe wurde. In der Ausstellung wird diese Geschichte multimedial erfahrbar: mit Originalzeichnungen, großformatigen Bildern und einer direkten Ansprache, die besonders junge Menschen erreicht. Es geht nicht nur um Vergangenheit, sondern auch um die Frage, wie Zivilcourage heute aussehen kann.
Parallel dazu zeigt „Gedenkstätten der NS-Verbrechen“ eine umfassende fotografische Dokumentation zentraler Tatorte des Nationalsozialismus in Deutschland und Europa. Fotografie: Maria Zarada. Text und Grafik: Nils Oskamp. Die Ausstellung führt die Besucherinnen und Besucher an Orte wie ehemalige Konzentrationslager, Deportationsorte und Stätten der Zwangsarbeit. Im Fokus stehen die Orte selbst, ihre Architektur, ihre Spuren und ihre heutige Funktion als Gedenkstätten. Die begleitenden Texte ordnen die historischen Zusammenhänge ein und machen deutlich, welche Dimension die nationalsozialistischen Verbrechen hatten.
„Zwei Überlebende von rechtem Terror im Gespräch. Podium mit Ibrahim Arslan und Nils Oskamp“ im Rahmen der Eröffnung der Doppelausstellung „
Graphic Novel Drei Steine und Gedenkstätten der NS-Verbrechen“ in der Kunstklinik Eppendorf am 28.08.2026 ab 19 Uhr.
1992 Ibrahim Arslan überlebt dank seiner Großmutter Bahide Arslan den rechtsterroristischen Brandanschlag in Mölln. Bei Bahides darauffolgendem Versuch, Ibrahims Schwester Yeliz Arslan und seine Cousine Ayşe Yılmaz zu retten, kam sie mit den Mädchen zu Tode. Die Täter sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Letztes Jahr war der Dokumentarfilm „Die Möllner Briefe“ mit Ibrahim Arslan in den Kinos, in dem es um die von der Stadt Mölln nicht weitergeleiteten Solidaritätsbriefe geht. Ibrahim Arslan reist seid 2007 bundesweit als historisch-politischer-Bildner mit seinem Projekt Reclaim and Remember und klärt in Bildungseinrichtungen Jugendliche gegen Rassismusund Faschismus auf
1985 Nach dem Widerspruch zu einer Holocaustleugnung eines Mitschülers gerät Nils Oskamp in die Gewaltspirale der Dortmunder Neonaziszene und überlebt zwei Mordanschläge. Einer der Täter SS Siggi wurde vor zwölf Jahren in den Dortmunder Stadtrat gewählt, während Nils Oskamp aus seinen Jugenderfahrungen die Graphic Novel Drei Steine zeichnete. Mit der Fotografin Maria Zarada macht er ein neues Buch über die Gedenkstätten der NS-Verbrechen. Beide Werke werden in der Kunstklinik ausgestellt. Nach dem Podium mit Ibrahim Arslan folgt eine Lesung aus der Graphic Novel.
Zwei Überlebende, zwei Perspektiven, der eine Deutscher, der andere mit türkischem Hintergrund, doch im Thema vereint. Was passiert, wenn die Opfer nicht gehört werden und nur die Täter im Mittelpunkt stehen? Betroffene und Überlebende rechter und rassistischer Gewalt werden nach der Tat oft einer institutionellen Opfer-Täter-Umkehr ausgesetzt. Wir erheben unsere Stimme für die, die nicht mehr reden können oder wollen.
Ibrahim Arslan und Nils Oskamp sind aktiv in der politischen Bildung. Beide sind Schulpaten im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.
Geschichte mit eigener Geschichte:
Besonders hervorzuheben ist die persönliche Verbindung der beiden Ausstellungsmachenden zum Thema: Maria Zarada, deren Familie im Holocaust verfolgt und ermordet wurde, nähert sich den Orten fotografisch mit einer sensiblen, dokumentarischen Perspektive. Nils Oskamp bringt seine eigene Geschichte und Erfahrung in Text und Gestaltung ein. Diese Verbindung aus biografischer Betroffenheit und professioneller künstlerischer Arbeit verleiht der Ausstellung eine besondere Authentizität.
„Gedenkstätten der NS-Verbrechen“ ist dabei nicht nur eine Ausstellung, sondern auch ein wachsendes Bildungsprojekt. Ziel ist es, aus dem Begleitmaterial ein Schulbuch zu entwickeln, das langfristig im Unterricht eingesetzt werden kann. Damit wird die Ausstellung zu einem Werkzeug politischer Bildung, das weit über den Ausstellungsraum hinaus wirkt.
Die Kombination beider Ausstellungen schafft einen doppelten Zugang: Während „Drei Steine“ die persönliche Ebene von Ausgrenzung, Gewalt und Widerstand zeigt, öffnet GDNSV den Blick auf die historischen Orte und Strukturen der NS-Verbrechen. Zusammen entsteht ein Gesamtbild, das Vergangenheit verständlich macht und zugleich Fragen an die Gegenwart stellt.
Die Ausstellung richtet sich an ein breites Publikum, insbesondere an Schulklassen, Lehrkräfte und alle, die sich mit Erinnerungskultur und demokratischer Bildung auseinandersetzen möchten. Diese Doppelausstellung ist mehr als ein kulturelles Angebot. Sie ist ein klarer Beitrag zur Erinnerungskultur und ein Statement dafür, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte notwendig bleibt.
