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Info: Graphic Novel Projekt "Drei Steine"

Projetbeschreibung: Die Geschichte der Drei Steine

„Drei Steine“ erzählt die autobiografische Geschichte von Nils Oskamp, der in den achtziger Jahren in Dortmund-Dorstfeld Opfer rechter Gewalt wird: Als Schüler kämpft er um sein Überleben, ohne dabei selbst zum Täter zu werden.


Die Neonazis, in deren Visier er als Jugendlicher geriet, waren von „Alten Kameraden“ geworben worden – und machen mit dem rechtsextremen Terror, den sie verbreiten, noch heute Schlagzeilen.

Erläuterung zu dem Titel

Der Titel bezieht sich auf die jüdische Tradition, Steine zum Gedenken auf Gräbern niederzulegen. In der Geschichte von Nils Oskamp kommt den drei Steinen, die er von einem jüdischen Friedhof aufnahm, eine symbolische Bedeutung zu: Mit dem ersten Stein verteidigt er sich bei einem Angriff durch Neonazis. Den zweiten Stein nimmt er als Waffe auf, setzt ihn jedoch nicht ein und verweigert sich so der anziehenden Spirale der Gewalt. Für Oskamp ist dabei das Gebot „Du sollst nicht töten“ zentral. Den dritten Stein legt er im Epilog der Geschichte in der Gedenkstätte Yad Vashem ab – und gibt ihm so seine Bedeutung der Erinnerung zurück.

Anmerkung des Autors

Seit dem Mauerfall vor 25 Jahren haben die Amadeu Antonio Stiftung und der Opferfonds CURA fast 200 Todesopfer rechter Gewalt gezählt, fünf davon allein in Dortmund. Schon vor der Wiedervereinigung fielen Menschen dem rechten Hass zum Opfer – Rassismus tötet!

Viele Seiten wollten das nicht wahrhaben. Das zeigten das Oktoberfest-Attentat 1980 in München durch einen Anhänger der rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann ebenso wie die skandalöse Ermittlungsarbeit bei der Mordserie des selbst ernannten NSU.

Auch Dortmund-Dorstfeld ist nach wie vor ein Hotspot des Neonazismus in Westdeutschland. Ich selbst habe die Anfänge in den achtziger Jahren dort miterlebt, habe gesehen, wie Klassenkameraden von ehemaligen SS-Leuten zu einer neuen Generation von Neonazis erzogen wurden. Von ihren Führern lernten sie Terror und Gewalt, ganz im Sinne der SA, und bekamen den ideologischen Hintergrund, um keine Schuldgefühle zu empfinden.

Jeder junge Mensch hat seinen eigenen freien Willen und kann selbst entscheiden, in welche Richtung er oder sie im Leben geht.

Im Gedenken an alle Opfer rechter Gewalt.

Nils Oskamp

Grußwort der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig

In meiner Heimat Mecklenburg-Vorpommern habe ich erlebt, was es bedeutet, wenn Neonazis Städte und Dörfer tyrannisieren. Menschen erleben das an vielen Orten in Deutschland. Einer davon ist Dortmund, wo Rechtsextreme seit Jahrzehnten aktiv sind und Strukturen aufgebaut haben. Nils Oskamp erzählt in seiner Geschichte „Drei Steine“ von Erlebnissen, die etliche Jahre zurückliegen – und doch aktueller sind denn je. Erst vor wenigen Monaten wurde ein Journalist, der in Dortmund über die rechtsextreme Szene recherchiert, auf offener Straße angegriffen und mit Steinen beworfen. Eine Bürgerversammlung in Dortmund-Eving, auf der über ein Flüchtlingsheim informiert werden sollte, wurde durch rassistische Beschimpfungen und Drohungen gestört. Überall im Land nutzen Rechtsradikale das Leid der Flüchtlinge, um eine Atmosphäre der Einschüchterung und Verunsicherung zu schaffen.

Die Geschichte von Nils Oskamp berührt auch dadurch, dass sie zeigt, wie sich ein einzelner mutiger Jugendlicher gegen rechte Gewalt zur Wehr setzt. Solches Engagement gibt es ebenfalls überall in Deutschland – in Dortmund, in Mecklenburg-Vorpommern und an vielen anderen Orten. Kommunen, Zivilgesellschaft und Polizei setzen den rechtsextremen Netzwerken demokratische Initiativen entgegen, sind wachsam und arbeiten zusammen. Mit dem Programm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ unterstützt das Bundesjugendministerium das Eintreten für Demokratie und Vielfalt und fördert Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus und jede Art von Menschenfeindlichkeit.

Präventionsarbeit ist überall wichtig. Besonders wichtig ist sie dort, wo Rechtsextreme Fuß fassen konnten und versuchen, die nachwachsende Generation zu verführen. Die Kunstform des Comics halte ich für besonders geeignet zur Aufklärung und Sensibilisierung, weil Comics eine Geschichte unmittelbar anschaulich machen. Gegen Nazis einzutreten, erfordert Mut und Hartnäckigkeit. Mein Dank gilt dem Zeichner Nils Oskamp ebenso wie der Amadeu Antonio Stiftung und den vielen anderen Unterstützern, die mit innovativen Projekten seit Jahren dazu beitragen, die demokratische Zivilgesellschaft zu stärken.

 

Manuela Schwesig

Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Leseprobe

Dortmund: Die Schauplätze

Unterstützer

Panini Comics